Vom 'Badischen Armeemuseum' zum 'Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt'

Sammeln, Bewahren, Forschen sowie Ausstellen und Vermitteln bilden als museale Kernaufgaben die Grundlage der Arbeit im Museum. Das traditionsreiche Wehrgeschichtliche Museum Rastatt verschreibt sich nun seit fast 90 Jahren diesen Leitlinien. Es gehört mit seinen Sammlungen und seiner Dauerausstellung zu den führenden militärhistorischen Museen Deutschlands. Der Bestand an landesspezifischen Objekten zur Militärgeschichte macht es zum maßgeblichen Museum auf diesem Gebiet im südwestdeutschen Raum.

Basierend auf einem modernen Verständnis von Museum will es als 'Hort des kulturellen Erbes und als Ort des kulturellen Gedächtnisses' ebenso wie als ‚Laboratorium’ und ‚Zukunftswerkstatt’ auftreten.

Erich Blankenhorn

Die Gründung des Museums 1933/34 lag im Geist der Zeit. Der nationalsozialistischen Vereinnahmung der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verdankte das Museum seine Entstehung. Ort und Konzeption spiegelten die regionale Ausrichtung wider und personifizierten sich in Erich Blankenhorn (1878-1963), dem ersten Museumsleiter.

Blankenhorn war Offizier im deutschen Kaiserreich bis zu dessen Ende. Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte er zur badischen Polizei. Die Nationalsozialisten enthoben ihn 1933 seines Amtes. Danach wirkte er für „sein“ Museum und zeigte eine erstaunliche Flexibilität im Umgang mit den in nur relativ kurzer Zeit wechselnden Obrigkeiten: Vom nationalsozialistischen Regime, über die französische Besatzungsmacht bis hin zur bundesrepublikanischen Demokratie verstand er es immer, seine Museumskonzeption badischer Landesgeschichte in Abhängigkeit von den mehr oder weniger friedlichen Zeitläufen zu vermitteln.

Drei Museen

Blankenhorn eröffnete an drei verschiedenen Stellen, unter drei verschiedenen Bezeichnungen, Museen zur badischen Geschichte, die in einer Grenzregion zwischen Deutschland und Frankreich immer auch „Weltpolitik“ und Kriegesgeschichte war. Orte der Ausstellungen waren badische Schlösser.

Das „Badische Armeemuseum Karlsruhe - Deutsche Wehr am Oberrhein“ befand sich von 1933/34 bis zu seiner Zerstörung im Bombenkrieg des Zweiten Weltkrieges im Marstall des dortigen Residenzschlosses. 1949 erfolgte der institutionelle Neubeginn als „Badisches historisches Museum, Neues Schloss Baden-Baden“. Hier blieb es bis 1956. Nach Umzug in das wesentlich größere Barockschloss Rastatt und Neueröffnung 1957 lautete der neue Name „Historisches Museum Schloss Rastatt“. Mit der Übernahme durch die Bundeswehr 1969 wurde es in "Wehrgeschichtliches Museum Rastatt" umbenannt. Seit 1996 steht das Museum - unter gleichem Namen - in der Obhut des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Rastatt und der Vereinigung der Freunde des Wehrgeschichtlichen Museums